CBT13 – Rapport und Ausblick


Dieses Jahr hatten wir überraschend wenig Studenten, 19 an der Zahl. Davon waren 11 neue Studenten, 8 ehemalige, bzw. 7 waren im zweiten Jahr.
Die Suche nach Lehrern gestaltete sich am Schluss schwieriger, als ich anfänglich erwartet hatte. Oftmals wollen sie nicht gleich absagen und halten einen hin. In dieser Zeit kann man nicht weitersuchen. Zum Glück waren zwei Baptistenlehrer kurzfristig bereit, einzuspringen.
Ich sprang in Missionstheologie ein, wobei ich einiges durch aufgenommene Vorträge abdecken konnte, anderes erarbeiteten die Studenten und trugen es vor. Dafür, dass es recht improvisiert war, denke ich, haben wir doch das Beste rausgeholt und die Bewertung der Studenten fiel auch befriedigt aus.
Da es dieses Jahr nachts eher wärmer war, tags dafür nicht so heiss, wurden Ventilatoren für die Zimmer verlangt. Vielleicht müssten wir uns wirklich überlegen, solche anzuschaffen. Allerdings befürchte ich, dass diese dann auch laufen, wenn niemand im Zimmer ist und dadurch unsere Stromkosten explodieren. Meiner Meinung nach wäre immer noch das Beste die Abschattung der Räume durch Bäume – was natürlich nachts nichts bringt.



Studentenschaft

Obwohl die meisten „Anfänger“ waren, eine grössere Gruppe von 7 Studenten aus einer eher pfingstlich geprägten Gemeinde waren, herrschte ein guter Geist, Wissensdurst und Offenheit. Das war zwar anfänglich durch die verschiedenen Prägungen etwas erschwert. Aber sie haben sich schätzen und lieben gelernt. Sie gingen motiviert nach Hause und freuen sich auf das nächste Jahr.
Der Grund, warum die Zahl so klein ist, liegt zum Einen an der Universität, die während des vergangenen Jahres streikte, im Januar aber Verpasstes nachholte. Das betraf mindestens 3 Studenten. Eine andere Studentin machte eine Missionsreise nach Angola, eine weitere hatte das Geld nicht. Andere, die kommen wollten, hatten andere Gründe..... Es ist schwierig, einen einheitlichen Grund herauszulesen, den man irgendwie angehen könnte.

Lehrerschaft

Natürlich gibt es nicht einen Lehrkörper im herkömmlichen Sinn, da sich die Lehrer kaum kennen lernen oder treffen. Die beiden Baptistenlehrer schnitten bei den Studenten etwas schlechter ab. Trotzdem bin ich froh, dass sie in die Bresche sprangen. Das Fach Seelsorge kam sehr gut an und es scheint, dass man es ausbauen sollte.

Küchenmannschaft

Einmal mehr hatten wir wieder eine tolle Küchenmannschaft. Das Essen war immer pünktlich fertig, was die Brasilianer komischerweise kaum merkten. Das Essen war wie immer sehr gut.

Stundenplan

Es hat sich bewährt, dass wir vor allem tagsüber Unterricht hatten. Stille Zeit am Morgen ist etwas knapp berechnet.

Abendprogramm

Grundsätzlich hatten wir abwechslungsweise einen Abend Programm, den anderen „frei“. Das hat sich bewährt. Ausnahmen kann man machen, ohne dass die Studenten ausflippen. Sie schätzten den
Lagerfeuerabend, den Sertanejo-Abend, die Fusswaschung mit Abendmahl, den Fasten- und Gebetsabend, der eher in einen Zeugnisabend am Schluss überging. Da wir keine Diplomfeier hatten, wurde der Abschluss nicht so hektisch.

Sonntagseinsätze

Jeden Sonntagnachmittag gingen wir in der Stadt von Haus zu Haus und versuchten Beziehungen aufzubauen. Das Evangelisieren stand nicht im Vordergrund. Interessant war, dass über ein Dutzend Leute sind jeweils einladen liessen zu den Gottesdiensten, die auch von den Studenten gestaltet wurden. Von diesen Besuchern kommen immer noch eine ganze Anzahl bis heute. Jeweils ein Auto voll Studenten fuhr am Sonntagmorgen mit dem Bus nach Teresina und hatte dort im Parque Sul Dienste.

Herausforderungen und Werkzeug

Dieser Kurs wurde durch das Vorstellen der Proclaimer, die sie mitnehmen konnten, um bei Analphabeten zu platzieren, damit diese die Bibel hören können, und auch durch das Training zur Alphabetisierung von Erwachsenen (IBRAEMA), geprägt. Die Methode ist einfach und das Material wäre gratis. Die Studenten sollten jetzt

  • Einen Kreis von Leuten bilden, die regelmässig sich um den Proclaimer scharen, um das Wort Gottes zu hören, und
  • Eine Klasse bilden, die sie das Jahr hindurch alphabetisieren. 

Vision der Studenten

Es scheint, dass dieses Jahr die Studenten vermehrt eine missionarische Vision mitgenommen haben. Das kann man aus ihren Auswertungsbogen entnehmen. Das kann auch damit zusammenhangen, dass wir praktische Fächer wie Gemeindegründung, Missionstheologie, Seelsorge, Pastoraltheologie und auch Alphabetisierung hatten.

Ausblick

Nach einer ersten Sitzung mit Lutheranern, Palavra da Vida und uns (auch Cleber war dabei), sind wir uns einig, dass wir nur noch 2-Wochenkurse anbieten, diese aber mit 3-5 Wochenendkursen ergänzen. Die Wochenendkurse werden dezentral geführt werden, was einen Mehraufwand für die Lehrer oder die Mobilisation von Lehrern fordert, dafür haben die Studenten einen kürzeren Anfahrtsweg und weniger Kosten. Damit sind wir auch näher an ihrer Realität. Viele von diesen Wochenendkursen hoffen wir, durch digitalen Unterricht abdecken zu können. Simon und Josué von Palavra da Vida sind in Kontakt mit dem entsprechenden Institut.
Es soll einen zweijährigen Basiskurs geben, der mit einem einfachen Diplom abgeschlossen wird. Es ist vor allem eine Jüngerschaftsschule, wo christliches Leben und Nachfolge und auch einfache Dienste und Leiterschaft die Schwerpunkte bilden. Danach gibt es einen weiteren zweijährigen Fortgeschrittenenkurs, der auch wieder mit einem Diplom abgeschlossen wird. Hier gilt es, Pastoren und Missionare auszubilden, die eine solide Grundlage für den Dienst bekommen. Das letzte Jahr wird auf den Dienst ausgerichtet und es wir werden versuchen, eine Spezialisierung anzubieten (Pastoral, Mission, Educação).

Ende Februar 2012
Beat Roggensinger