Zwei grosse Herausforderungen


Um den Sertão im Nordosten zu erreichen, haben wir zwei grosse Herausforderungen vor uns.

1. Geografisches Hindernis

Die erste bezieht sich auf die Geografie und die Bevölkerung:
Die Wirklichkeit des Nordostens und seiner Landwirtschaftszone.
Mehr als 14 Millionen Menschen leben in der Landwirtschaftszone vom Nordosten und man schätzt, dass nur 0.3 – 1% wirklich Kenntnis des Evangeliums haben.
Weil grösstenteils angemessene Strassen und der Zugang zu guten Kommunikationsmitteln fehlen, bleibt der Zugang zu diesen Gebieten entsprechend erschwert.
Alle 9 Bundesstaaten der Region Nordosten gehören zu den 10 Bundesstaaten mit dem schlechtesten Index für menschlichen Entwicklung (IHD).
Ungefähr 44% der Familien in dieser Region leben mit einem Einkommen eines halben Minimalsalärs.

Der Nordosten erreicht mit 22,4% den grössten Anteil an Analphabeten (bei Personen ab 15 Jahren) von allen Regionen in Brasilien. Der Prozentsatz steigt noch ca. um ein zweifaches in den ländlichen Gebieten des Nordostens.

2. Eklesiologische Hindernis

Die zweite Herausforderung ist vielleicht die noch schwierigere, denn sie rüttelt an unserem Verständnis von „Gemeinde“ oder Kirche.
Die Hindernisse einer traditionellen Eklesiologie im Kontext des Sertão:

2.1. Frustration

Es gibt wenige kontextualisierte Gemeindemodelle im Nordosten Brasiliens. Man versucht, die Modelle der Städte auf die Landwirtschaftszone zu übertragen. Diese scheitern aber meist an fehlenden finanziellen Ressourcen, was wiederum Frustrationen bei den Stadtgemeinden auslöst.

2.2. Die Herausforderung

Es ist unrealistisch, eine einheitliche missionarische Strategie in einem Land mit der Grösse eines Kontinentes zu entwickeln. Die brasilianische Kirche ist in verschiedene organisatorische Strukturen verzweigt, oft in sich konkurrenzierend, multikulturell, aber gleichzeitig mit einer einzigen Sprache; hundertjährig, und dennoch noch sehr jung; im Strudel der akademischen Theologie und doch voller Laien, die Leiter sind.

2.3. Die Wirklichkeit

Die brasilianische Gemeinde ist in etlichen Aspekten noch mehr sehr römisch katholisch oder animistisch, als protestantisch.
Augustus Nicodemos stellt fest, dass grosse Teile der Evangelischen in Brasilien eine katholische Seele haben. Jemand anderes hat dreist kritisiert, dass die evangelische Kirche Brasiliens zwischen Judentum, Katholizismus, Animismus und Macumba (Geisterglaube) anzusiedeln ist.