PróSERTÃO - Der weisse Fleck auf der Landkarte

"Sertão bezeichnet die halbwüstenartigen Landschaften im Binnenland Brasiliens.
Im Zentrum und Süden des Landes ist sie mit Baumsavanne bewachsen, der Nordosten ist mit Laubbäumen durchsetzte Strauchsavanne. Die Region ist von sehr geringen Niederschlägen gekennzeichnet und häufig von Dürre betroffen, die Trockenzeit beträgt zehn bis elf Monate. Die Jahresniederschläge betragen meist unter 300 mm und erreichen ihr Minimum in Petrolina am Rio São Francisco mit 213 mm. Nur wenigen Tieren wie dem Ameisenbär oder dem Gürteltier genügen die Bedingungen dieser Region zum Leben. Zum Atlantik liegt zwischen dem Sertão und der Waldzone (zona da mata) als Übergangsgebiet der agreste, im Westen wird die Übergangsregion zwischen Trockengebiet und den Regenwältern Amazoniens meio norte genannt.

Extensive Rinderwirtschaft und Grossgrundbesitzer herrschen vor, wobei auf den trockenen Böden nur ein Rind pro 10 ha gehalten werden kann. Von März/April bis November/Dezember sind Herdenwanderungen in die feuchteren Hügel- und Berggebiete üblich. Ackerbau ist nur vereinzelt möglich. Einige Quellgebiete und feuchtigkeitssammelnde Talgebiete bilden relativ fruchtbare Inseln, die sogenannten brejos, in denen sich die kleinbäuerliche Bevölkerung konzentriert und die im Nordosten insgesamt etwa 18.000 km² ausmachen. Etwa 500.000 ha werden bewässert, möglich wären etwa 2,5 Millionen ha.
Die Grundeigentums- und Sozialstruktur ist, vor allem im Nordosten, von extremen Gegensätzen geprägt. Teilweise kann man noch von feudalen Strukturen oder sogar von moderner Sklaverei sprechen.
Vor allem der Nordosten Brasiliens wird mit dem Sertão verbunden. Er hat eine vielfältige Folklore hervorgebracht, die in der unterentwickelten Region lange von Modernisierungen unbehelligt überleben konnte." (Quelle: Wikipedia)
Der Sertão ist ein riesiges Gebiet von ca. 1‘300‘000 km2 im Nordosten Brasiliens. Das ist die Fläche von Deutschland, Frankreich und Italien zusammen. Dieses Gebiet ist gezeichnet durch Hitze, Trockenheit, Überschwemmungen, politisch und wirtschaftliche Vernachlässigung, schulischer Rückstand, Volkskatholizismus, der von Afroreligionen und Spiritismus geprägt ist und konsequenterweise von einer eigenen kulturellen Prägung.
Im Sertão leben ca. 43 Mio Menschen, davon über 14 Mio in ruralen Gebieten. Insgesamt zählt man um die 5% evangelischer Christen. Allerdings in den ruralen Zonen geht man von 0,0-1,0% Christen aus. Das sind Situationen wie Frankreich, Iran oder Saudi Arabien.
Historisch arbeitet die SAM bereits 50 Jahre in diesem Gebiet und vieles hat sich geändert in dieser Zeit. Allerdings muss man sagen, dass der Fokus in diesen Jahren die Kleinstädte waren, wo Gemeinden gegründet wurden. Das ist sicher die Basis für einen weiteren Schritt, denn wir haben kulturelle Kompetenzen und auch Glaubwürdigkeit durch die Ausdauer erworben. Dieser Faktor wird in Brasilien als sehr hoch bewertet, da es viele brasilianische „missionarische Projekte“ und „Missionare“ gibt, welche entweder überhaupt nicht durchdacht, oder inkompetent sind, oder aber einfach auf Ruhm und Geld aus sind. Diesem Verdacht sind wir definitiv nicht ausgesetzt. Auch die Tatsache, dass wir als Schweizer im Sertão sind und „ihre“ Arbeit tun, fordert die brasilianische Gemeinde extrem heraus. In diesem Sinn glauben wir, dass wir Christen am gleichen Leib auch gemeinsame Herausforderungen annehmen und einander unterstützen müssen.